Und am Ende das Leuchten

STEIN/LICHT / Rüdiger Neumann

21.12.12 Bundesweit der Tag des Kurzen Films.
21.12.12 Das Ende der Welt.
21.12.12 Wintersonnenwende.
Heilige Zeit.
1974 präsentiert das internationale forum des jungen films Maya Derens Gesamtwerk. Maya Deren schreibt: „Ich glaube, daß es in jedem Menschen einen Bereich gibt, der die poetische Sprache spricht und hört – etwas in ihm, das in der Wüste noch zu singen vermag, wenn die Kehle zum Sprechen fast zu trocken ist. Auf diesem Vermögen aller Menschen beharrlich bestehen, daran meine Filme richten – das ist für mich wahre Demokratie.“
In RITUAL IN TRANSFIGURED TIME bringt MAYA DEREN all das zusammen, was ihr Innerstes ist – findet eine Übersetzung und Verdichtung der Gedanken, in ihre eigene visuelle Sprache. Den Körpern die Bewegung.
Den Körpern eine konkrete Körperlichkeit, dem Linearen eine Dekonstruktion im Material selber und nie verliert sie die Körper und damit den direkten Zugriff. Kein Verschwinden im pornographischen, Hingabe: FUSES von CAROLEE SCHNEEMANN. STAN BRAKHAGE nimmt das Leuchten auf in EYE MYTH EDUCATIONAL. Die Wiederholung ist von Nöten. Warum immer wieder? Weil es immer wieder passieren muß, um einen Klang auszulösen. Einen Nachhall zu erzeugen. Es ist die Transzendenz, um die es geht dieser Tage. MARIE MENKEN folgt in LIGHTS den Lichtern der Weihnachtszeit – überführt sie vom Realen ins Filmische.
STEIN/LICHT von RÜDIGER NEUMANN ist eine Reise durch die Zeiten und Gezeiten. Erst im tiefen Schwarz der Nacht, auf Celluloid gleichsam visceral, entsteht das Rauschen der Lichter, die wie von Zauberhand getragen, am Horizont erscheinen. Nur dort, im hohen Norden, wo Trolle und Wichtel von jeher Teil der großen Erzählung sind, sind diese Lichter Wirklichkeit.

21.12.2012 · Kino Arsenal · mehr