II

Women on Fire II: Town Bloody Hall

Am 30. April 1971 findet im Rathaus in New York City eine Diskussion zum Thema Women’s Liberation statt. Die Moderation führt der für seine machistischen Thesen bekannte Schriftsteller Norman Mailer, Ex-Mann von Marilyn Monroe. Gäste sind u.a. die nicht weniger berühmte Autorin und Feministin Germaine Greer, die Journalistin und LGBT-Aktivistin Jill Johnston. Im Publikum sitzt u.a. Susan Sonntag. Man kennt sich. Was folgt ist ein Schlagabtausch von Argumenten und Ideen. Eine heftige Diskussion – ein furioser Abend.

Die im Stil des Cinema Verité arbeitenden Filmemacher Chris Hegedus und D A Pennebaker filmen das Ereignis und brauchen acht Jahre um aus dem Material einen Film zu schneiden. Sie haben den Abend mit ihren Kameras verfolgt, ohne einer vorgefertigten These zu folgen. Sie sind ganz in den Momenten, Menschen, Blicken, Griffen. Der Film ist so ein direkter Zugriff in ein Gestern, in eine Nacht, die über 40 Jahre zurückliegt. Den Film heute zu sehen bedeutet sich diesem Gestern auszusetzen, das direkt in ein heute überschwappt, mit Diskussionen Gedanken und Notwendigkeiten, die lange noch nicht zu Ende gedacht, geschweige denn umgesetzt sind.

Ein wütender, engagierter, lustiger, direkter Film. Ein bahnbrechender Film über den Feminismus der 1970er Jahre.

Mit den Gästen Alberto Herskovits (Filmemacher) und Tove Torbiörnsson (Dokumentarfilmemacherin und seit 2012 Leiterin der Abteilung Film/Society beim Schwedischen Filminstitut). Zusammen arbeiten beide an einer Neuinterpretation des Films bezogen auf die Fragen und Anforderungen der heutigen Zeit.

Als Amuse Gueule zeigen wir den kurzen Animationsfilm WHALED WOMEN von Ewa Einhorn und Jeuno JE Kim.

24.10.2014 · Golem, Hamburg · mehr