VIII

Women on Fire VIII: You can’t keep me quiet oder Underground Kino aus den USA von Jennifer Reeder & Sarah Jacobson

Zum Ende der Saison ein Rückblick auf den Anfang – angefangen haben wir WOMEN ON FIRE mit A GUN FOR JENNIFER – jetzt zeigen wir vor den Sommerferien kurze Filme von Jennifer Reeder und Sarah Jacobson. Sarah Jacobson, eine Ikone des US-amerikanischen Underground Films, viel zu früh verstorben und auf jeden Fall stilbildend und Generationen von weiblichen Filmemachern prägend mit ihren radikalen filmischen Werken.

My story exists – whether anybody listens to me or not! Das ist, was die Protagonistin aus Sarah Jacobsons Film I WAS A TEENAGE SERIAL KILLER von 1992 versteht, was sie antreibt, was sie weitergehen läßt, was sie das Morden stoppen macht.

Chicago Anfang der 1990er Jahre. Sarah Jacobson steht für ein kompromissloses radikales brutales sexy Kino. Ihre Protagonistinnen sind wütend. Sie wollen sich entziehen der kapitalistischen Verwertungsstrategien, die für sie als Frauen vorgesehen sind.
Jennifer Reeder lebt seit vielen Jahren in Chicago und der städtische Raum mit seiner ihm ganz eigenen Wirklichkeit, ist die immer zugrunde liegende Matrix für ihre Filme. Ihre Arbeiten sind radikal und kompromisslos. Die Wut über bestimmte Verhältnisse übertragen beide Künstlerinnen konsequent filmisch. Nichts steht zwischen ihrer Wut und der Leinwand. Die eigensinnige Musik unterstreicht die Kraft ihrer Frauen und Mädchen. Die Mädchen sind direkt und aggressiv. Es gibt keine halbe Schwangerschaft. In all dieser Konsequenz erinnert das Kino der beiden Frauen an das Cinema of Trangression der 1980er Jahre aus New York – aber sie gehen weiter. Jennifer Reeder entwickelt eine Sensibilität für ihre Teenagerinnen, die sie weitab mainstreamiger Vorstellungen von Pubertät interessieren. Ihren Sehnsüchten gibt sie Raum. Konsequent arbeitet sie mit Laiendarstellerinnen, gepaart mit wenigen professionellen Schauspielern.

„I construct personal stories about the experiences of marginalized women – adults and children. My award-winning narratives are unconventional and borrow from a range of forms including after school specials, amateur music videos and magical realism“, sagt Jennifer Reeder.

Jennifer Reeder wird an dem Abend im Golem sein und ihre Filme präsentieren. Im Anschluss an die Filme gibt es ein Künstlerinnengespräch.

06.06.2015 · Golem, Hamburg · mehr